Wir sind eine gemischtgeschlechtliche Gruppe aus verschiedenen linksradikalen und emanzipatorischen Zusammenhängen in Leipzig und haben uns im Frühjahr 2016 mit dem Ziel einer gemeinsamen politischen Unterstützungsarbeit gegründet.

Unser Anliegen ist es, jenseits von staatlichen oder institutionalisierten Gewaltbegriffen und den dazugehörigen Umgangsweisen, Menschen bei der Auseinandersetzung mit erlebter sexualisierter Gewalt, Sexismus oder Gewaltdynamiken in Beziehungen zu unterstützen. Was wir in diesem Zusammenhang tun, ist keine professionelle Beratung und kann auch keine Traumabetreuung/ Therapie ersetzen.
Vielmehr möchten wir mit dem Antisexistischen Support Leipzig eine feste Struktur schaffen, die es betroffenen Personen ermöglicht, Rückhalt und Unterstützung zu erfahren – die in Gruppen oder Freundeskreisen eventuell zu kurz kommen – um Geschehenenes zu reflektieren, es ansprechbar zu machen und politisch zu thematisieren.

Warum Unterstützungsarbeit in Leipzig?

Nicht nur aufgrund eigener Betroffenheiten, sondern auch wegen der Kontinuität von sexualisierter Gewalt, Übergriffen und Grenzüberschreitungen innerhalb von linken Strukturen, auf Partys und in linken Räumen, sehen wir die Notwendigkeit, eine öffentlich ansprechbare Unterstützungstruktur anzubieten. Uns geht es darum, unter der Bedingung der uneingeschränkten Parteilichkeit für die betroffene Person, die Lücke zwischen einer Verarbeitung im Privaten und einer institutionellen Beratungen zu schließen.
Darüber hinaus ist es uns wichtig, eine Sensibilität im Umgang mit sexualisierter Gewalt zu finden sowie ggf. Gruppen und Räume in die Auseinandersetzung mit einzubeziehen.
Es scheint offensichtlich, dass Awareness-Konzepte allein nicht ausreichend für eine nachhaltige antisexistische Praxis sind. Das antisexistische Selbstverständnis der linken Szene scheitert an der Realität. Auch unser Konzept ist dabei nur als Reaktion auf die Verhältnisse zu verstehen – diese müssen sich ändern!